Gesetzliche Bestimmungen

Artenschutz in der Schweiz
Tot aufgefundene Wildtiere gehören grundsätzlich dem Kanton und müssen unverzüglich dem Wildhüter oder der Polizei gemeldet werden. Das Tier kann dem Finder unentgeldlich überlassen werden, sofern keine nachweislichen öffentlichen Interessen daran bestehen. In diesem Fall würde das Tier konfisziert und einem naturkundlichen Museum zur Präparation übergeben.
Die Präparation von Wildtieren wird durch verschiedene eidgenössische Gesetze und Verordnungen geregelt. Im einzelnen sind dies:

-Bundesgesetz über die Jagd und den Schutz wildlebender Säugetiere und Vögel (Jagdgesetz, JSG) vom 20. Juni 1986

-Verordnung über die Jagd und den Schutz wildlebender Säugetiere und Vögel (Jagdverordnung, JSV) vom 29. Februar 1988

-Bundesgesetz über den Natur- und Heimatschutz (Natur- und Heimatschutzgesetz, NHG) vom 1. Juli 1966


-Verordnung über den Natur- und Heimatschutz
(Natur- und Heimatschutzverordnung, NHV) vom 16. Januar 1991 und Nachträge

Diese Gesetze und Verordnungen schreiben unter anderem vor, dass jede/r die/der geschützte Tiere präparieren will, sich in ihrem/seinem Domizil-Kanton registrieren lassen muß. Im weiteren wird in diesen Gesetzen die Meldepflicht definiert und es werden die meldepflichtigen Tiere aufgelistet. Die betreffenden Objekte müssen jeweils in ihrem Herkunftskanton (Fundkanton) gemeldet werden.

-Die Bestimmungen im NHG/NHV betreffen folgende Tiergruppen: Schläfer, Spitzmäuse, Fledermäuse, Igel, Amphibien (Frösche, Kröten,) und Reptilien (Eidechsen und Schlangen).

-Handelsverbot: Präparate geschützter Tiere dürfen nur in Ausnahmefällen und unter klar definierten Voraussetzungen gehandelt werden. Geschützte einheimische Wildtiere dürfen in keiner Weise feilgeboten werden (Werbeverbot in JSG und JSV).
·  Exemplare von in der Schweiz geschützten Vogelarten dürfen nur mit einer Bewilligung (BVET) eingeführt werden.

Zu diesen Vorschriften auf Bundesebene kommen nun noch die entsprechenden kantonalen Gesetze und Verordnungen, denn der Vollzug liegt bei den Kantonen. Es ist den Kantonen freigestellt, die Bundesgesetze und Verordnungen auszuweiten (z.B. die Liste der zu meldenden Tiere zu verlängern, weitere Kontrollschritte einzubauen oder eine individuelle Kennzeichnung der gemeldeten Objekte vorzuschreiben etc.), so haben diese Bestimmungen in einigen Kantonen zum Beispiel die folgenden Erweiterungen erfahren:

-Die Meldepflicht (JSV Art. 5 Absatz 3) wird zu einer Melde- und Bewilligungspflicht erweitert.

-Die Artenliste melde- und bewilligungspflichtiger Tiere wird erweitert oder gar auf alle tot aufgefundenen Wildtiere ausgedehnt.

-Eine Liste geschützter Tiere (oft ähnlich der Liste Art. 5 Abs. 3 JSV) untersteht einer Plombierungspflicht. Damit sind die bewilligten Tierpräparate individuell gekennzeichnet und können nicht mehr verwechselt oder vertauscht werden.

Internationaler Artenschutz

-Für Exemplare international geschützter Tiere gelten die CITES-Bestimmungen, welche bei Einfuhr / Ausfuhr (Schweizergrenze) in die Zuständigkeit des Bundesamtes für Veterinärwesen (BVET) fallen. Hier muss für jedes Exemplar (tote Tiere, Teile von Tieren oder Erzeugnisse von Tieren) der betreffenden Arten die legale Herkunft nachgewiesen werden können (Einfuhrbewilligung, Zolldeklaration, Passierschein/ Passierscheinnummer, Kaufquittung, Schenkungsurkunde, Erbvertrag, Zuchtbestätigung, evtl. geschlossene Zuchtringe usw.)


-Exemplare von CITES - Arten, deren Herkunft nachgewiesen werden kann (siehe oben) dürfen präpariert und gehandelt werden. Ein internationaler Handel von Exemplaren von im Anhang I aufgeführten Arten, ist allerdings nur möglich, wenn es sich dabei um Gefangenschaftsnachzuchten handelt.

Tier gefunden- was tun?
Sie finden ein totes, geschütztes Tier und möchten es präparieren lassen. Nun bringen Sie das Tier zu einem registrierten Präparationsbetrieb, wo noch einige Angaben zu den Fundumständen aufgenommen werden. Der/die PräparatorIn übernimmt nun im weiteren die Verantwortung für eine vorschriftsgemässe Meldung/Bewilligung. Mit dem entsprechenden Meldeformular wird das Objekt dem zuständigen Jagdinspektorat gemeldet, welches in der Regel die Bewilligung zur Präparation erteilt. In einigen Kantonen müssen gewisse Tiere mit einer individuellen Plombe gekennzeichnet werden.
Möchten Sie mit einem Tier, sei es lebend, tot oder Präpariert, die Grenze überqueren, informieren Sie sich am besten direkt beim Bundesamt für Veterinärwesen über die entsprechenden Vorschriften.